Elke Laschke, Praxis für Logopädie + Lerntherpie, 12309 Berlin Kronbergstr.48, Tel.: 030 745 04 51
 
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Störungen bei Erwachsenen

 

Sprachstörungen

Störungen der Sprache bei Erwachsenen können unterschiedliche Ursachen haben. Immer jedoch liegt eine Störung im Bereich des Sprachzentrums (i.d.R. im linken Teil) des Gehirns vor. Ursachen hierfür können ein Schlaganfall, eine Hirnblutung, unfallbedingte Hirnverletzungen, Hirntumore, entzündliche Erkrankungen des Gehirns und auch Hirnabbauprozesse sein. Logopäden nennen diese Form der Sprachstörung Aphasie.
Eine Aphasie wirkt sich meist auf die unterschiedlichen sprachlichen Ebenen (Lautbildung, Wortbedeutung, Satzbau) und auf die verschiedenen Sprachverarbeitungskanäle (Sprechen, Sprache verstehen, Schreiben, Lesen) aus.


Welche Sprachstörungen gibt es?

  • Störungen auf der Lautebene im Wort
    Störungen auf der Lautebene im Wort werden als "Phonematische Paraphasien" bezeichnet. Dabei können einzelne oder mehrere Laute ausgelassen oder auch hinzugefügt werden (Fusch statt Fisch). Die Veränderung kann sogar soweit gehen, dass das Wort vom Kommunikationspartner nicht mehr verstanden werden kann.
  • Störungen im Wortschatz
    Störungen im Wortschatz treten als sogenannte "Semantische Paraphasien" auf. Der Betroffene möchte beispielweise sagen: "Ich esse gerne Suppe." Statt des Wortes Suppe benutzt er das Wort "Kuchen" oder ein beliebig anderes Wort. Häufig werden solche Fehler vom Aphasiker selbst gar nicht bemerkt. Störungen im Wortschatz treten häufig auch als Wortfindungsstörung auf. Das gesuchte Wort liegt auf der Zunge, aber es will nicht herauskommen. Ein Phänomen, das die meisten Sprachgesunden gelegentlich auch haben. Beim Aphasiker kann es jedoch im Extremfall in fast jedem Satz vorkommen. Manche Aphasiker können auch nur noch einzelne Silben (da da da) oder Floskeln produzieren.
  • Störungen der Grammatik
    Störungen der Grammatik treten entweder als starke Vereinfachung der Satzstruktur auf (dann können Sätze u.U. nur noch aus drei Wörtern bestehen) oder der Satzbau wird extrem "verworren". Dabei werden dann meist mehrere Satzteile ineinander verschachtelt oder Satzglieder mehrfach wiederholt. Häufig kommt es auch zur Auslassung oder zur Benutzung falscher Artikel. So können Sätze entstehen wie: "Das andere Problem ist nur der, das meine eigene Kraft reicht mir nicht."


Die Störungen der sprachlichen Ebenen wirken sich meist nicht nur auf das laute Sprechen aus. Häufig sind in gleichem Maß das Schreiben und Lesen, aber auch das Verstehen von Sprache betroffen. So kommt es immer wieder zu Missverständnissen zwischen dem Aphasiker und seinen Gesprächspartnern.


Welche Hilfen bietet die Logopädie an?
Logopädische Therapie bei Aphasie umfasst nach einer genauen Diagnostik zunächst die Behandlung der sprachlichen Defizite. Dies wird zumeist in Einzeltherapie unter Einbezug aller Sprachverarbeitungskanäle durchgeführt. Unbedingt erforderlich ist aber auch die Einbeziehung realer Kommunikationssituationen in die Therapie. Dies kann durch die Hinzuziehung des Partners des Aphasikers oder auch anderer Betroffenen geschehen. Sollte eine lautsprachliche Kommunikation nicht mehr möglich sein, wird der Logopäde mit dem Aphasiker ein sogenanntes Kommunikationsbuch erarbeiten. Als Ergänzung zur logopädischen Therapie werden seit einigen Jahren von Logopäden zunehmend Computerprogramme eingesetzt. Selbstverständlich spielt auch die Beratung der Angehörigen in der logopädischen Therapie eine entscheidende Rolle.

 

Sprechstörungen bei Erwachsenen

Es gibt sehr verschiedene Sprechstörungen bei Erwachsenen, die sich in zwei große Gruppen unterteilen lassen: Störungen der Bildung von Lauten und Redeflussstörungen (Stottern/Poltern).

Welche Lautbildungsstörungen gibt es?

  • Störungen der Lautbildung bei Erwachsenen sind sehr verschieden und haben ganz unterschiedliche Ursachen.
    Störungen der Artikulation
    Mit Störungen der Artikulation werden Schwierigkeiten von Erwachsenen beschrieben, einen Laut richtig zu bilden. Die bekannteste Form ist das "Lispeln" bzw. der "Sigmatismus". Die Aussprache wird hier dadurch verändert, dass bei der Artikulation des Lautes /s/ die Zunge z. B. zwischen die Zähne rutscht.
  • Dysarthrien bzw. Dysarthrophonien
    Dysarthrien bzw. Dysarthrophonien treten auf, wenn die Verarbeitung des Sprechens im Gehirn z. B. durch einem Schlaganfall bzw. eine neurologische Erkrankung wie Parkinson oder nach einem Unfall gestört ist. Die Aussprache wird oft insgesamt undeutlich, weil vor allem die Beweglichkeit von Zunge, Lippen und Gaumensegel eingeschränkt ist. Gleichzeitig kann aber auch die Stimme verändert und die Atmung beim Sprechen auffällig sein.
  • Sprechapraxie
    Bei einer Sprechapraxie liegt das Problem in der sogenannten Sprechplanung, d.h. die einzelnen Artikulationsbewegungen können nicht ausreichend kontrolliert erfolgen, obwohl die Muskulatur prinzipiell die erforderlichen Einzelbewegungen ausführen kann. So ist ein Patient z.B. in der Lage, einen Ausdruck des Ekels mit "ihh" zu äußern, kann aber der Aufforderung, ein /i/ zu sprechen, trotz großen Bemühens nicht nachkommen. Ein Sprechapraxie tritt fast immer in Kombination mit einer Aphasie auf.
  • Audiogene Sprechstörungen
    Audiogene Sprechstörungen sind Artikulationsstörungen, die z.B. in Zusammenhang mit Schwerhörigkeit auftreten können. Auch bei dieser Störung ist die Aussprache oft undeutlich. Außerdem ist die Lautstärke der Äußerungen häufig nicht angemessen.


Wie können Störungen des Sprechens verhindert bzw. vermindert werden?
Aussprachestörungen bei Erwachsenen treten meist im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen auf. Deshalb ist es wichtig, diese Krankheiten möglichst früh diagnostisch zu klären, um den Patienten dabei zu unterstützen, möglichst rasch nach der Erkrankung wieder normale (physiologische) Sprechbewegungen zu trainieren. So können sich auffällige (pathologische) Artikulationsbewegungen nicht verfestigen.

Welche Hilfen bietet die Logopädie an?
Die Logopädie bietet zunächst Beratung zu allen Fragen von Sprechstörungen im Erwachsenenalter an. Aufgabe einer Logopädin ist es zuerst einmal, die Symptome einer Sprechstörung einzuschätzen. In der logopädischen Diagnostik sollen die einzelnen Symptome erfasst, mögliche Ursachen gefunden und Vorschläge für ein weiteres Vorgehen erarbeitet werden. Hierzu prüft die Logopädin mit Hilfe von Prüf- und Testverfahren die unterschiedlichen Störungsbereiche (Artikulation, Atmung, Motorik und Wahrnehmung im Mundbereich). Teil der logopädischen Diagnostik ist auch das Gespräch mit dem Patienten und seinen Angehörigen über die Krankengeschichte (Anamnese). Alle Ergebnisse der Diagnostik werden in einem logopädischen Befund zusammengefasst. Sie werden vor Beginn der Therapie mit dem Patienten und evtl. seinen Angehörigen ausführlich besprochen. Aus dem Befund ergeben sich die Inhalte der logopädischen Therapie. Die Therapie wird individuell gestaltet, d.h. die Ziele der Therapie und das Vorgehen wird mit dem Patienten abgesprochen. Außerdem wird der Patient über den Verlauf der Therapie kontinuierlich informiert, indem er über Fortschritte und Veränderungen in der Therapie aufgeklärt wird. Die Mitarbeit der Angehörigen ist häufig von großem Vorteil, weil sie den Patienten in der Alltagskommunikation unterstützen können. Am Ende einer Therapiephase wird ein Abschlussbefund erstellt.

Welche Redeflussstörungen gibt es?
Störungen des Redeflusses können in Form von Stottern oder Poltern vorliegen. Redeflussstörungen bei Erwachsenen können ein sehr unterschiedliches Erscheinungsbild aufweisen. Meist können die Ursachen nicht erkannt werden.
Stottern
Stottern äußert sich in Form von unfreiwilligen Wiederholungen von Lauten und Silben ("Babababall") sowie als Dehnungen ("Fffffisch") oder Blockierungen von Lauten (stummes Verharren vor oder in einem Wort, wobei Zeichen von Anstrengung sichtbar oder hörbar sein können: "---Tisch"). Diese Symptome werden Kernsymptomatik genannt, da sie das eigentliche Stottern darstellen. In Kernsymptomen verlieren Stotternde für einen Moment die Kontrolle über den Sprechablauf, obwohl sie genau wissen, was sie in diesem Moment sagen wollen. Es gibt – meist unbewusste - Strategien, um solche Symptome zu kontrollieren, z.B.
Ankämpfverhalten
Ankämpfverhalten, d.h. der Versuch, mit erhöhtem Kraftaufwand (z.B. Pressen, lauter werden), "Tricks" bei der Atmung (z.B. übertrieben aus- oder einatmen, mit zu wenig oder zuviel Luft sprechen) und Mitbewegungen (z.B. starkes Kopfnicken) aus einem Symptom heraus zu kommen.
Strategien
Strategien, um Stottern vorzubeugen, d.h. Vermeiden von Sprechsituationen bzw. Umformulieren bei gefürchteten Wörtern oder prophylaktische Veränderung der Sprechweise wie Flüstern, Singsang oder "Tricks" bei der Atmung (s. o.).
Psychische Reaktionen wie Sprechangst, Wut oder Trauer über das Versagen beim Sprechen, Selbstabwertung als Sprecher, Scham und Hilflosigkeit können hinzukommen. Häufig wird die Lebensqualität durch psychische Reaktionen stark beeinträchtigt, selbst wenn die Kernsymptomatik nur gering ist oder durch Vermeidung völlig verborgen werden kann.
Typisch für den Verlauf ist der Wechsel von symptomarmen Phasen mit Episoden stärkerer Symptomatik. Ebenso typisch ist, dass das Stottern in unterschiedlichen Situationen und bei unterschiedlichen Personen verschieden ausgeprägt sein kann.
Poltern
Bei Poltern ist die Verständlichkeit des Gesprochenen durch eine phasenweise überhöhte Sprechgeschwindigkeit mit Auslassungen und Verschmelzungen von Lauten, Silben oder Wörtern ("zum Beispiel" wird "Zeispiel") beeinträchtigt. Außerdem treten viele Satzabbrüche, Umformulierungen und Floskeln sowie stotterähnliche Redeunflüssigkeiten auf, so dass trotz des Eindrucks von hoher Sprechgeschwindigkeit oft nur wenig Inhalt vermittelt werden kann.
Bei bewusst verlangsamtem Sprechen reduziert sich die Symptomatik. Das Sprechen kann jedoch nicht langfristig kontrolliert werden. In Verbindung mit Poltern treten häufig auch bei Erwachsenen noch Sprachstörungen auf (Suche nach Wörtern, eingeschränkter Wortschatz, Störung der Grammatik). Polternde können oft das eigene Sprechen schlecht beobachten – die Störung ist ihnen häufig nicht oder nur ansatzweise bewusst. Manchen Polternden fällt auch das Zuhören schwer. Poltern wird gesellschaftlich nicht stigmatisiert, der damit verbundene Leidensdruck ist meist gering. Die Behinderung durch die eingeschränkte Verständlichkeit kann jedoch erheblich sein.
Stottern und Poltern können auch zusammen auftreten.

Wie kann Redeflussstörungen vorgebeugt werden?
Bei fast allen stotternden Erwachsenen ist die Störung im Kindesalter entstanden. Menschen, bei denen das Stottern bis ins Erwachsenenalter fortbesteht, haben fast keine Chance mehr, das Stottern zu verlieren. Daher ist es wichtig, stotternde Kinder möglichst früh (ab dem 2. Lebensjahr) zu erkennen und bei Bedarf zu behandeln, damit eine Rückbildung unterstützt werden kann. Dennoch kann auch bei einer frühen Therapie nicht vorhergesagt werden, welche Kinder ihr Stottern verlieren werden.
Ausgesprochen selten kann Stottern aufgrund einer anderen Grunderkrankung (z. B. eine neurologische Erkrankung) auch noch im Erwachsenenalter beginnen.
Welche Hilfen bietet die Logopädie an?
Stottern
Für stotternde Menschen, die noch unschlüssig sind, ob sie sich in eine Behandlung begeben sollen, bietet die Logopädie zunächst einmal Beratung an. Durch eine logopädische Diagnostik wird festgestellt, welche Art von Stottern vorliegt und ob es behandelt werden muss. Die logopädische Therapie kann sehr unterschiedlich aussehen, je nach der Art des Stotterns und der Therapierichtung. Die Inhalte der logopädischen Therapie ergeben sich aus dem logopädischen Befund, der mit dem Patienten vor Beginn der Therapie besprochen wird. Während des Therapieverlaufs wird der Patient ausführlich über Stottern und die Therapie informiert. Er lernt Techniken für eine flüssigere Sprechweise (flüssiges leichtes Stottern oder Veränderung der Sprechweise) und baut Sprechängste ab. Eine Therapie kann abgeschlossen werden, wenn eine flüssigere Sprechweise mit geringen psychischen Reaktionen (Sprechangst, Scham) vorliegt. Am Ende der Therapie wird über die Möglichkeit von Rückfällen informiert und auf die dann gebotene Vorgehensweise vorbereitet.
Poltern
Auch für Polternde, die noch unschlüssig sind, ob sie sich in eine Behandlung begeben sollen, bietet die Logopädie zunächst einmal Beratung an. Bei Verdacht auf Poltern wird durch eine logopädische Diagnostik festgestellt, ob und welche Art von Poltern vorliegt und ob weitere Störungen bestehen.
Die logopädische Therapie kann sehr unterschiedlich aussehen, je nach der Art des Polterns, der Situation des Polternden und begleitender Störungen. Die Inhalte der logopädischen Therapie ergeben sich aus dem logopädischen Befund, der mit dem Patienten zu Beginn der Therapie besprochen wird. Polternde können in einer Therapie (bei ausreichender Motivation) zum Beispiel lernen, in für sie wichtigen Sprechsituationen das Poltern zu kontrollieren. Eine grundsätzliche Überwindung des Polterns ist nicht zu erwarten. Angehörige lernen in der Therapie, wie sie angemessen mit dem Poltern umgehen können.
Während der Behandlung wird der Patient ausführlich über Poltern und die Therapie informiert, auch über die Möglichkeit von Rückfällen nach Abschluss der Therapie und die dann gebotene Vorgehensweise.

 

Stimmstörungen

Stimmstörungen bei Erwachsenen können funktionelle oder organische Ursachen haben. Sie äußern sich in länger bestehender Heiserkeit (ohne akuten Infekt), eingeschränkter Belastbarkeit der Stimme, Schmerzen und/oder einem Fremdkörpergefühl im Kehlkopf.

Welche Stimmstörungen gibt es?
Organische Stimmstörung
Als organische Stimmstörungen werden Erkrankungen bezeichnet, bei denen es zu einer organischen Veränderung im Bereich des Stimmapparates kommt (Knötchen, Entzündungen, Ödeme, Veränderungen durch Unfälle oder Operationen, Lähmungen oder Teilentfernungen der Stimmlippen - im schwerwiegendsten Fall Kehlkopfentfernungen - bei Kehlkopfkrebs). Die Stimme ist meist stark heiser und kann teilweise oder ganz ausbleiben, es kann zu Doppeltönigkeit kommen oder zu starker Behauchung, je nach Ursache und Ausmaß der Störung.
Funktionellen Stimmstörung
Bei funktionellen Stimmstörungen ist keine organische Veränderung erkennbar, doch das Schwingungs- und Schließungsverhalten der Stimmlippen ist gestört. Funktionelle Stimmstörungen sind die häufigsten Stimmstörungen und kommen meist bei Berufssprechern (Lehrern, Erziehern, Call-Center-Mitarbeiter etc.) vor. Aufgrund von z. B. falschem oder ungünstigem Stimmgebrauch, durch ein eher "zartes" Kehlkopfgerüst, durch Überlastung (zu viel und zu lautes Sprechen), Umweltbelastungen (Sprechen in zu trockenen Räumen, gefährliche Stäube - wie z.B. Kohle, Mehlstaub etc.), durch psychische Belastungen (Stress, Überlastung, Konflikte etc.) können Stimmstörungen entstehen. Werden funktionelle Stimmstörungen nicht behandelt, können sekundär organische Stimmstörungen (Knötchen) auftreten.
Funktionelle Stimmstörungen sind immer in Zusammenhang mit dem psychosozialen Umfeld und Faktoren der Persönlichkeit zu sehen.
Hyper- und hypofunktionelle Störung
Es wird zwischen hyper- und hypofunktionelle Störungen unterschieden.
Bei einer hyperfunktionellen Stimmstörung ist die Stimme heiser, rau, gepresst, angestrengt und ermüdet bei Belastung. Sie kann zu tief, aber auch zu hoch sein. Die Körperspannung ist meist erhöht (zumindest im Schulter-Nacken-Kiefer-Bereich), es besteht eine Hochatmung und beim Sprechen meist eine Schnappatmung.
Die hypofunktionelle Stimmstörung zeichnet sich durch eine heisere, schwache und behauchte Stimme aus. Die Artikulation ist meist undeutlich. Die Körperspannung ist unterspannt und die Atmung eher flach.
Es kann auch zu Mischformen von hyper- und hypofunktionellen Stimmstörungen kommen und bei längerem Bestehen kann sich sekundär aus einer hyperfunktionellen Störung eine hypofunktionelle entwickeln und umgekehrt.
Psychogene Stimmstörung
Eine psychogene Stimmstörung kann sich in ihrem Klangbild hyper- oder hypofunktionell äußern. Meist spiegelt sich der auffällig heisere und angestrengte bzw. kraftlose Klang der Stimme nicht demgemäß im ärztlichen Untersuchungsbefund. Ursache der Stimmveränderung sind psychische Probleme oder Störungen.
Stimmstörungen durch hormonelle Einflüsse
Durch hormonelle Einflüsse (Anabolika, Geschlechtshormone - z.B. bei einer Brustkrebsbehandlung oder bei Geschlechtsumwandlungen etc.) können Stimmstörungen entstehen, die meist Veränderungen der Stimmhöhe und der Leistungsfähigkeit der Stimme zur Folge haben, welche oft auch nach Absetzen der Substanzen weiter bestehen.
Mutationsstimmstörungen
Bei Jungen kann es nach der Abschluss der Pubertät zu Stimmstörungen kommen (Mutationsstimmstörungen: die hohe Kinderstimme wird beibehalten, obwohl die anatomischen Gegebenheiten für eine Männerstimme gegeben sind). Dabei wird nach organischen (Kehlkopffehlbildungen, hormonelle Störungen) und funktionellen Ursachen unterschieden. Die Stimme ist sehr hoch, bei stark eingeschränktem Stimmumfang und wird bei längerem Gebrauch heiser, rau, angestrengt und wenig belastbar.
Dysodie
Auch die Singstimme kann gestört sein (Dysodie). Hierbei kann es durch falsche Singtechnik oder Überforderung zu Einschränkungen der Leistungsfähigkeit und der Klangqualität kommen.
Rhinophonie
Wenn der Stimmklang nasal ist, sprich man von einer Rhinophonie. Hierbei wird unterschieden zwischen geschlossenem (zu geringe Nutzung des nasalen Klangraumes - "Stockschnupfen") und offenem Näseln (übermäßige Nutzung des nasalen Klangraumes, da kein genügender Gaumensegelverschluss erfolgt - z.B. bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten). Hierbei treten in der Folge auch Veränderungen der Artikulation (Rhinolalien) auf.
Weitere Informationen enthält unser Faltblatt "Stimmstörungen bei Erwachsenen".

Wie kann Stimmstörungen vorgebeugt werden?
Funktionellen Stimmstörungen und sekundären organischen Veränderungen (Knötchen) kann durch entsprechende stimmhygienische Maßnahmen (ausreichende Flüssigkeit, gutes Raumklima, Vermeiden von allergenen und belastenden Stoffen, kein aktives oder passives Rauchen etc.) und präventive Stimmübungen vorgebeugt werden.

Welche Hilfen bietet die Logopädie?
Logopäden beraten über stimmhygienischen Maßnahmen und bieten Kurse und Seminare zur Vermeidung von Stimmstörungen insbesondere für Menschen in Sprechberufen an.
Bei auftretenden Stimmproblemen sollte unbedingt ein HNO-Arzt oder Phoniater (Facharzt für Stimmbeschwerden) aufgesucht werden. Der Arzt untersucht den Kehlkopf und das Hörvermögen und stellt ggf. ein Rezept für eine logopädische Behandlung aus. Die Logopädin führt eine Stimmuntersuchung durch und führt ein Anamnesegespräch, in dem der Beginn und der bisherige Verlauf der Stimmstörung sowie alle beeinflussenden Faktoren geklärt werden. Anschließend erläutert die Logopädin ihren Befund und erstellt einen Behandlungsplan Auf dieser Grundlage erfolgt die logopädische Therapie, in der Regel in Einzelbehandlungen.
Inhalte einer Stimmtherapie sind Übungen zur Verbesserung der Wahrnehmung, der Atmung, der Haltung, der Körperspannung und der mit der Stimme zusammenhängenden Artikulation sowie gezielte Stimmübungen. Ggf. erfolgen Beratungsgespräche über alle mit der Stimmstörung in Zusammenhang stehende Faktoren.
Ziel einer Stimmtherapie ist eine belastungsfähige Stimme mit der bestmöglichen Wiedererlangung und Stabilisierung optimaler stimmlicher Kommunikationsfähigkeit in Alltag und Beruf. Dies ist immer abhängig von Ausmaß und Ursache der Störung bzw. Grunderkrankung. Wichtig für den Therapieerfolg ist der ständige Transfer des Geübten in den Alltag.
Nach Ablauf der logopädischen Verordnung erfolgt erneut eine Untersuchung beim Facharzt, der dann in Absprache mit der Logopädin und auf der Grundlage des logopädischen Berichtes entscheidet, ob eine weitere Therapieeinheit erfolgen soll oder ob die Stimme ausreichend stabilisiert wurde und wieder belastungsfähig ist.
Heiserkeiten ohne akuten Infekt, die länger als 4 Wochen bestehen, müssen unbedingt ärztlich abgeklärt werden.


Schluckstörungen

Schluckstörungen (Dysphagien) bei Erwachsenen können in Verbindung mit neurologischen Erkrankungen, wie z.B. bei multipler Sklerose oder nach Schlaganfall auftreten. Einige Patienten bekommen auch Schluckprobleme aufgrund von Alterungsprozessen. Außerdem können Störungen der Nahrungsaufnahme nach operativen Eingriffen oder als Unfallfolge vorkommen.
Die meisten Patienten leiden sehr unter den Symptomen einer Schluckstörung. Teilweise gelingt die Nahrungsaufnahme nur mit großen Schwierigkeiten. Die Patienten verschlucken sich häufig, weil sie die Nahrung z.B. nicht mehr ausreichend zerkleinern bzw. nicht genau spüren können, ob der Mund schon leer ist, oder ob noch Reste im Mund verblieben sind.
Die Symptome sind sehr unterschiedlich und hängen davon ab, welche Ursachen ihnen zugrunde liegen. Schluckstörungen können zu Fehl- oder Mangelernährung führen und somit lebensbedrohlich werden. Lebensgefahr kann auch bestehen, wenn durch falsches Schlucken Nahrungsreste in die Luftröhre gelangen.

Welche Schluckstörungen gibt es?
Schluckstörungen
Schluckstörungen können durch neurologische Erkrankungen wie z.B. multiple Sklerose auftreten. Wesentliches Merkmal sind senso-motorische Veränderungen, d.h. die Beweglichkeit und/oder die Wahrnehmung (Sensibilität) der Mund- und Schluckmuskulatur ist beeinträchtigt. Durch gestörte Nervenaktivität kommt es zu Schwierigkeiten bei der Koordination des Schluckvorganges. Viele Patienten zeigen Lähmungen, durch die sie den Mund z.B. nur schwer schließen können, oder es gelingt ihnen nur unzureichend, die Nahrung zu zerkleinern. Andere Patienten, die Probleme nach operativen Eingriffen im Kehlkopf- oder Mundbereich z. B. durch Krebserkrankungen haben, können nur verbliebene Muskelstrukturen für die Nahrungsaufnahme verwenden. Organische Schluckstörungen können unterschiedliche Störungsschwerpunkte haben, je nach pathologischer Muskelaktivität. Manche Patienten zeigen eine eher kraftlos wirkende, wenig aktive Muskulatur, andere erscheinen eher verspannt durch zu hohe Muskelaktivität.
Weitere Informationen enthält unser Faltblatt "Schluckstörungen bei Erwachsenen".


Wie kann Schluckstörungen vorgebeugt werden?
Das Schlucken sichert das Überleben, indem unserem Körper Nahrung zugeführt wird. Dabei wird deutlich, dass die einzelnen Schluckfunktionen sehr genau koordiniert werden müssen, damit ein reibungsloser Ablauf gewährleistet wird.
Schluckgestörte Patienten können sehr davon profitieren, wenn sie ihre Körperhaltung den unterschiedlichen muskulären Möglichkeiten entsprechend anpassen. Manchmal ist es auch sinnvoll sich beraten zu lassen, welche Kost mit welchen Hilfsmitteln evtl. leichter aufgenommen werden kann. In jedem Fall sollte jeder, der Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme hat, umgehend professionelle Beratung durch einen Arzt oder eine Logopädin in Anspruch nehmen, um vor allem möglichst frühzeitig eventuelle neurologische Erkrankungen festzustellen.
Die Früherkennung von auffälligen Schluckabläufen ist eine wesentliche Grundlage dafür, dass sich gestörte Funktionen nicht automatisieren und somit möglichst normale (physiologische) Schluckbewegungen erhalten bleiben.


Welche Hilfen bietet die Logopädie an?
Die Logopädie bietet zunächst Beratung zu allen Fragen bei Schluck-störungen an, denn nicht jede Auffälligkeit ist bereits ein Zeichen für eine behandlungsbedürftige Schluckstörung. Aufgabe einer Logopädin ist es, die „Auffälligkeiten“ einzuordnen und zu klären, ob ein Patient tatsächlich von der Normalität abweichende Schluckprobleme hat und welche Maßnahmen zu treffen sind. Hier kann u.U. eine umfangreiche Beratung in Hinblick auf unterstützende Maßnahmen bei der Nahrungsaufnahme (Prävention) ausreichend sein. Sollte ein Hinweis auf unphysiologische Bewegungsabläufe beim Schlucken bestehen, sollte eine ausführliche logopädische Diagnostik erfolgen.
Wesentlicher Teil der logopädischen Diagnostik ist die Anamnese, d.h. hier werden Fragen z.B. zum Auftreten der Schluckstörungen, den bisherigen Essgewohnheiten und zu weiteren Ereignissen aus der Krankengeschichte geklärt. Dies ist auch wichtig für die logopädische Therapie, die versucht, die Nahrungsaufnahme zu verbessern, indem die notwendigen Bewegungs-abläufe erleichtert und geübt werden. Die Inhalte der logopädischen Therapie ergeben sich unmittelbar aus dem logopädischen Befund, der mit dem Patienten und seinen Angehörigen vor Beginn der Therapie besprochen wird. Die Betroffenen erhalten kontinuierlich Einblick in den Verlauf der Therapie, indem sie über Fortschritte und Veränderungen in der Therapieplanung informiert werden. Nach Möglichkeit werden auch Angehörige in die einzelnen Übungssequenzen einbezogen. Am Ende einer Therapiephase wird ein Abschlussbefund mit der ausführlichen Darstellung des Behandlungsstandes für den Arzt erstellt.

Der Text ist leicht gekürzt einer Veröffentlichung des Deutschen Verbandes für Logopädie e.V. entnommen.